29.11.2018

Aller guten Dinge sind „d“rei?!

Nichtsahnend stöbert man durch die Stellenanzeigen auf der Suche nach dem Job, bei dem endlich alles besser werden soll und plötzlich sieht das Auge nur noch spannende Buchstabenkombinationen: (m/w/x), (m/w/d), (m/w/*) – hä? Hat sich da etwa jemand reingequetscht, wie durch die Drehtür beim Sale? Ok, der Sache müssen wir mal auf den Grund gehen.

 

Was bisher geschah: Am 10. Oktober 2017 hat das Bundesverfassungsgericht im Zusammenhang mit §§ 21, 22 Personenstandsgesetz (PStG) einen Entschluss zum dritten Geschlecht gefasst. So weit, so gut. Der Gesetzgeber, also in Deutschland auf Bundesebene Bundestag und Bundesrat, hat damit den Auftrag erhalten, bis zum Ende dieses Jahres das Personenstandsgesetz gemäß dem Urteil zu aktualisieren. Und jetzt ergibt langsam alles einen Sinn! Es gibt also neben Mann und Frau offiziell ein drittes Geschlecht: Menschen, die sich biologisch weder als Mann noch Frau identifizieren können, auch intersexuelle Menschen genannt. Streng genommen, gab´s es sie ja schon immer, nur jetzt ist es eben offiziell.

 

Und warum jetzt dieser wirre Buchstabensalat? Ok, wir haben jetzt also offiziell ein drittes Geschlecht und wir haben das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – ja, das kommt immer dann um die Ecke, wenn man nicht daran denkt. Das AGG sieht nämlich vor, dass unter anderem Stellenausschreiben merkmalsneutral sind, also niemanden diskriminieren. So gesehen, ist es mitunter eine logische Schlussfolgerung, nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Stellenausschreibungen im Unternehmen diesbezüglich anzupassen. Gesagt, getan – so dachten wohl viele Unternehmen und haben guten Mutes Ihre Stellenanzeigen aktualisiert. So richtig weiß aber keiner, wie es geht oder zumindest, wie es richtig geht! Heißt es nun „d“, „x“, „i“ oder wie? Nun, im Angebot sind derzeit tatsächlich mehrere Varianten:

(m/w/d) = männlich/weiblich/divers

(m/w/x) = männlich/weiblich/ nicht definiert

(m/w/i) = männlich/weiblich/intersexuell

(m/w/i/t) = männlich/weiblich/intersexuell/transsexuell

(m/w/a) = männlich/weiblich/anders

(m/w/gn) = männlich/weiblich/ geschlechtsneutral

(m/w/*) = männlich/weiblich/Asterisk, kann ein beliebiges Geschlecht oder eine Fußnote symbolisieren

 

Aber auch diese Liste ist natürlich nicht vollständig. Denn parallel zu den bisher üblichen Abkürzungen sieht man außerdem noch für z.B. internationale Jobs oder Unternehmen ein (m/f) mit f für female. Und weil es Menschen gibt, die sich daran stören könnten, dass das männliche Adjektiv zuerst genannt wird, ist natürlich auch eine völlig andere Reihenfolge möglich. The struggle is real. Vor allem, wenn man die Toilettentür hinter sich schließt, um ein Päuschen zu machen. Ist es denn auch die richtige Tür? Denn was erst einmal völlig plausibel und relativ leicht umsetzbar scheint, kann in der Praxis eine ziemliche Herausforderung darstellen: Welche Toilette sollen intersexuelle Menschen verwenden? Wie spricht man sie in Briefen an? Und ist nicht schon die Bezeichnung „drittes Geschlecht“ diskriminierend an sich? Fragen, wohin man blickt.

 

Was also tun? Da sich die Bezeichnung „divers“ vermutlich als offizielle Bezeichnung laut Gesetz etablieren wird, dürfte eine Kennzeichnung im Jobtitel mit (m/w/d) oder (w/m/d) am wahrscheinlichsten sein. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) rät Unternehmen bereits dazu, eine entsprechende Bezeichnung in die Stellenausschreibungen aufzunehmen und dem haben auch wir uns angeschlossen. Wir möchten niemanden diskriminieren (gilt übrigens für alle drei bisher bekannten Geschlechter und für noch folgende). Allerdings müssen wir auch zugeben, dass wir als Arbeitgeber und Personaldienstleister uns auch wieder etwas freier und entspannter fühlen möchten. Der eigentliche Fokus unserer Dienstleistung, nämlich die Arbeit mit und für Menschen aller Art, offen und unbeschwert, läuft Gefahr mit jedem Schritt gegen eine frisch polierte Glastür zu laufen. Sieht von außen gut aus, aber unbefangen Arbeiten, ist etwas anderes.

 

Falls Sie auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung oder einem passenden Mitarbeiter (m/w/d) sind, kommen Sie gerne auf uns zu:

 

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